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Meine Arbeitsweise als Autorin

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Ich fühle mich jetzt durch das Video einer Autorinkollegin inspiriert, über meine Arbeitsweise als Autorin zu plaudern. Eigentlich kann ich das relativ kurz zusammenfassen, deshalb wird da auch keine Serie draus.
Also:
  • Mich springt eine Idee an.
  • Ich sage zu meinem Muserich: Bleib wech, ich habe jetzt anderes an der Hacke!
  • Muserich bleibt in der Regel am Ball und bohrt die Idee so richtig schön und nervend in mein Gehirn. Manchmal schickt er die Charas vor, um mich zu piesacken. Bunnys sind das nicht, meistens sexy Kerle mit Waschbrettbäuchen. (Hallo? Ich schreibe nun einmal im entsprechenden Genre.)
  • Mein Gehirn brütet im Halbschlaf vor dem Aufstehen weiter an der Idee.
  • Ich setze mich an den Computer und hacke ein Exposé zu dieser Idee in die Tastatur. Das dauert meistens ein bis zwei Stunden. Man kann es lernen, ein Exposé schnell zu schreiben und trotzdem viele Ideen darin unterzubringen.
  • Ich speichere das Exposé zur späteren Verwendung ab.
  • Habe ich Glück, lässt mich mein Muserich in Ruhe und ich kann mich wieder mit dem befassen, was eigentlich gerade gemacht werden muss.
  • Ich erledige, das, was es eben zu erledigen gibt.
  • Irgendwann ist es soweit, ein neues Buch muss her. Ganz bestimmt schreibe ich nicht das, welches ich mir vorgenommen habe zu schreiben. Die Idee, die am lautesten in der Schublade raschelt und auf sich aufmerksam macht, wird herausgezogen.
  • Ist die Idee kompliziert, entwickele ich aufgrund des Exposés die einzelnen Szenen, ist es nur ein Kurzroman, fange ich an zu schreiben und hangele mich lose an dem Exposé entlang. Muss ich erwähnen, dass das Buch immer ganz anders wird als im Exosé drinsteht? Aber mit Exposé kann ich auf ein Ende zuschreiben, das ist für mich extrem wichtig, weil der Roman sonst im Sande verläuft.
  • In der ersten Version heißen viele Charas X, Y und Z. Ich kann denen doch keine Namen geben, bevor ich sie nicht kennengelernt habe. Früher habe ich die Namen meiner Charas aus der Fernsehzeitung entnommen. Da ich so etwas nicht mehr habe, finde ich sie heutzutage über das Internet.
  • Mitten im Schreiben verlässt mich die Lust. Dann arbeite ich an dem Cover.
  • Danach kommt die Lust am Stoff in der Regel wieder und wenn nicht, dann schreibe ich eben lustlos. Will man vom Schreiben leben, darf man sich da keinen Illusionen hingeben. Die Seiten müssen gefüllt werden. Was einem während des Schreibens wie Mist vorkommt, kann besser sein als vermutet, vielleicht Dünger für die Überarbeitung.
  • Nach Abschluss der ersten Version markiere ich alle Wörter farbig, von denen ich weiß, dass ich sie viel zu oft benutze. So kann ich sie in der Überarbeitung reduzieren.
  • Immer nehme ich mir vor, alle Charas in die Charakterdatenbank zu übertragen, die ich führe. Irgendwann nervt mich das und ich lasse es. So ist bereits eine beachtliche, aber lückenhafte Datenbank entstanden.
  • Ich schreibe übrigens in Word. Papyrus Autor verwende ich nur zum Überarbeiten. An diesem Punkt des Schreibens. Ich lade mir die Rohfassung nach Papyrus und ärgere mich über die Wortwiederholungen, die noch drin sind. Ich hasse diesen Arbeitsschritt, aber wenn ich ihn nicht mache, fokussiert sich meine Lektorin auf die Wiederholungen. Die soll aber nach anderen Schwachpunkten von mir gucken.
  • Endlich schicke ich die nun nicht mehr so rohe, sondern schon verfeinerte Fassung ins Lektorat.
  • Kommen die ersten Rückmeldungen, könnte ich die Lektorin erst einmal erwürgen. Ich liebe sie, weil sie meinen Büchern guttut. Daher speichere ich meine zornesroten Erwiderungen an sie ab, ohne sie ihr zu schicken. Als kleine Rache lege ich meinen Charas Worte in den Mund, die direkt an die Lektorin gerichtet sind. Sie merkt das natürlich und kugelt sich auf dem Boden vor Lachen. Das passt aber immer total gut in die Story rein.
  • Irgendwann beginne ich mit den Bekanntmachungsmaßnahmen bei Facebook und über meinen Newsletter. Wenn ich wüsste, wie das perfekt geht, wäre ich Coach für Buchmarketing und keine Autorin. Ich entscheide das teilweise aus dem Bauch heraus.
  • Vergessen wir nicht den Klappentext … Der schlendert bei mir in der Regel des Weges daher und ich schreibe ihn zwischendurch. Vor dem darf man einfach keine Angst haben.
  • Ich hasse es, den Text zu setzen, aber natürlich tue ich das als Selfpublisherin. Mittlerweile habe ich Erfahrung, deshalb ist das für mich kein Buch mit sieben Siegeln, aber eben langweilig.
  • Bei Amazon gebe ich den Text immer als Doc ein, das konvertieren die da ganz wunderbar selbst zu einem E-Book. Jaha, wirklich! Man muss nur das Doc sorgfältig vorbereiten.
  • Bei BookRix kann ich das Doc auch gut hineinladen, muss aber dann noch ein paar Justierungen vornehmen.
  • Um das Buch zu promoten, bin ich auch nach Abschluss des Veröffentlichungsvorgangs Social Media aktiv für den kleinen Zögling. Wird er sich behaupten, sich verkaufen, wie kommt er an? Ich freue mich über Feedback von Lesern und Leserinnen, versuche, allen zu antworten (und nicht auf gelegentliche miese Rezensionen zu reagieren).
  • Die nächsten Entwürfe, Exposés oder halbfertigen Romane rappeln schon ungeduldig in der Schublade und buhlen um meine Aufmerksamkeit. Ich zwinge mich dazu, mich eine Woche auf etwas anderes zu konzentrieren als Bücher. Der Boden in der Wohnung könnte auch wieder mal gewischt werden, die Armaturen im Bad entkalkt.
  • Nach dem Buch ist vor dem Buch und ich habe mir das Schreiben selbst ausgesucht … also irgendwie. Eigentlich ist mein Muserich schuld. Der kam eines Tages mit der ungeheuerlichen Idee an, dass ich ab sofort Geschichten schreiben müsste.
P. S.: Irgendwann aktualisiere ich natürlich auch relativ zeitnah meine Homepage.

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