Lieblingsessen von Falk

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(Der Kostja-Clan Teil 1)

Hm … Eine Anfrage in Dimitris Intranet zu stellen, was Falk am liebsten aß, war keine gute Idee. Der Thread unter meiner Anfrage summt. Ständig gehen neue Post dort ein. Von: „Wer bist du?“, über: „Haben wir ein Sicherheitsleck?“ und „Ich habe dich dem Systemadministrator gemeldet!“, bis hin zu: „Warum willst du mein Lieblingsessen nicht wissen?“ ist alles dabei.

Einige wissen, dass ich die Autorin bin und versuchen, es den anderen zu erklären, was die Sache nicht besser macht und die Diskussion noch anfeuert. Schließlich stellt jemand die Kommentarfunktion ab – ich bin es nicht.

„Wir haben kein Sicherheitsleck, nur eine anmaßende Autorin, die ihre Kompetenzen überschreitet. Der Admin!“, erscheint in dicken Lettern.

Kurze Zeit später stapft Denys in mein Wohnzimmer, stellt sich mit verschränkten Armen vor mir auf und funkelt mich wütend an.

Ich zaghaft: „Hätte ich mich vorher bei dir melden sollen?“

Denys nickt.

Ich: „Sorry!“ So einen Aufruhr verursacht zu haben, tut mir wirklich leid.

Denys grollt: „Ich habe dein Benutzerkonto verifiziert.“

Ich: „Tausend Dank!“

Denys dreht sich um und bevor er wieder entschwindet, frage ich ihn schnell: „Was ist eigentlich dein Lieblingsessen?“

Er wirft mir einen Blick à la „Das kann jetzt nicht dein Ernst sein!“ zu, tritt durch die Tür und knallt sie hinter sich zu. Du lieber Himmel, ist der geladen! Mit schlechtem Gewissen mache ich mich an die Auswertung meiner Anfrage. Eine Haushälterin namens Manuela aus Berlin weiß die Antwort. Eisbein gibt sie an. Gut möglich, immerhin wurde Falk in Berlin geboren. Ich schicke ihr eine PN, da der Thread ja von Denys geschlossen wurde. „Wabbelig oder gegrillt?“

Die Antwort kommt umgehend. „Er mochte sie auf beide Arten zubereitet. Außerdem aß er gerne einige scharfe asiatische Suppen, die waren aber nicht sein Lieblingsessen.“

Ich: „Danke sehr!“

Manuela: „Gerne! Ich vermisse ihn übrigens. Er war nicht besonders gesellig und ein Einzelgänger, aber wenn er in Berlin war, kochten wir manchmal zusammen und er brachte mir Thailändische Rezepte bei.“

Ich: „Hattet ihr eine Beziehung?“

Manuela schickt mir ein Smiley mit roten Wangen. „Nicht wirklich!“

Aha! Ich bin zwar neugierig, möchte aber Manuela nicht drängen, über ihr Privatleben zu reden. Vermutlich schlüpfte Falk gelegentlich zu ihr ins Bett, wenn er sich in Berlin aufhielt. Welche Frau gibt schon gerne zu, eine Art Freundschaft mit Extras zu führen? Ich bedanke mich noch einmal überschwänglich bei ihr und fange dann an, ein Foto von Eisbein bei Depositphotos herauszusuchen.

Eisbein
Bildquelle: Depositphotos

 

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