Marius aus der Popstar-Reihe von Norma Banzi

Interview mit Marius Fox (Fünf Fragen, fünf Antworten)

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Marius aus der Popstar-Reihe von Norma Banzi
Bildquelle: Depositphotos

(Popstar-Reihe)

Orlando und Marius sind noch mit den Hunden draußen, während Vincent schon mit dem Kochen begonnen hat. Marina hat aufgehört, mit ihrem Handy zu spielen und plaudert nun mit mir. Sie wünscht sich eine Assistentin, ich soll sie ihr bitte in die Buchserie schreiben.

Ich: „Für Einstellungen ist Orlando zuständig.“ Kaum habe ich das gesagt, als die beiden Hunde in die Küche gewuselt kommen und sich auf ihre Wassernäpfe stürzen. Schade, dass die Katzen nirgendwo zu sehen sind. Als Orlando und Marius Hand in Hand hereinschlendern, macht mein Kreislauf einen Satz. Oh mein Gott! Ich schmelze vor so viel männlicher Präsenz dahin. Die beiden wirken in Natura noch größer und muskulöser als in den Büchern. Marina kichert und drückt mir auf das Kinn. Ich habe gar nicht gemerkt, dass mein Mund offen steht.

Marina: „Ich finde sie auch heiß.“

Marc springt auf und drückt Marius einen Kuss auf den Mund, Orlando stellt sich hinter Vincent, küsst ihn auf den Nacken und flüstert ihm etwas ins Ohr, was diesen lachen lässt. Dann richtet sich sein Blick auf mich. Sein Tonfall wirkt warnend, als er sagt: „Hallo Norma!“

Er ist bereit, meine Fragen zu beantworten, aber ich soll es ja nicht wagen, Marius zu belästigen, der ihm nun seinerseits ein amüsiertes und gleichzeitig strenges „Lando!“ entgegenhält.

Marius: „Hallo Norma, schön dich einmal persönlich kennenzulernen.“

Ich strahle ihn an und wahrscheinlich sende ich ihm Herzchen mit meinen Augen: „Gleichfalls!“

Marius zwinkert mir charmant zu. Da blitzt der Mann von früher durch, als Marius noch Mike hieß und eine so außergewöhnliche erotische Ausstrahlung hatte, dass ihm praktisch niemand widerstehen konnte.

„Wollen wir uns an den Tisch setzen?“, fragt Vincent. Offenbar ist das Essen fertig gekocht und es kann losgehen. Der Butler und die Haushälterin tauchen auf. Ich habe gar nicht mitbekommen, dass Vincent sie herbeizitiert hat. Vielleicht wissen Bruno und Lisette aber auch von sich aus, wann sie gebraucht werden. Vincent geleitet mich aufmerksam zu meinem Sitzplatz am einen Ende des Tisches, auf dem Weg zu dem seinen am anderen Ende gibt er Marina einen spielerischen Klaps auf den Po. Süß!

Marina und Marc setzen sich jeweils neben ihn und einander gegenüber, Marius gesellt sich zu Marina. Orlando nimmt neben Marius platz. Zwei Stühle auf der anderen Seite des Tisches bleiben frei. Dort sitzen wahrscheinlich normalerweise Lauren und Ramon. Der Tisch kann auch ausgezogen werden, wenn sie noch mehr Gäste in ihrer Küche bewirten wollen. Das Speisezimmer nutzen sie nur zu größeren Anlässen.

Ich liebe es, neben meiner Lieblingsfigur Orlando zu sitzen, aber ich weiß, dass er sich nicht aus Sympathie dorthingesetzt hat. Er bildet bewusst ein Bollwerk zum Schutz seiner Lieben … vor mir. Das amüsiert mich ein bisschen. Ich bin die Autorin, vor mir gibt es keinen Schutz.

Bruno füllt die Wein- und Wassergläser und serviert die von Lisette in schönen Schalen angerichtete Vorspeise, eine Tomatencremesuppe mit Hechtstreifen. Die Tomaten, aus denen die Suppe gekocht wurde, stammen von dem Gut, das Marinas Großmutter bewirtschaftet, und wurden in Frankreich von dieser selbst eingekocht. Die Weckgläser fanden im Diplomatengepäck von Marinas Vater den Weg nach Los Angeles. Die Suppe schmeckt wunderbar. Ich mache Vincent ein Kompliment.

Marius überrascht mich mit: „Darf ich anfangen?“

Ich: „Womit willst du anfangen?“

Marius: „Deine Fragen zu beantworten.“

Ich: „Äh … Orlando hat mir deutlich gemacht …“

Marius: „Ich entscheide selbst über mein Leben.“

Orlando presst die Lippen zusammen, sagt aber nichts.

Ich: „Dann stell dich bitte vor, lieber Marius.“

Marius: „Ich wurde als Daniel Hochleitner in eine Amish-Familie geboren, änderte meinen Namen in Mike Grell, als ich zur Navy ging und noch einmal nach meiner schweren Kopfverletzung, bei der ich mein Gedächtnis verlor. Ich weiß das aus Erzählungen der anderen. An meine Zeit als Daniel oder Mike kann ich mich natürlich nicht erinnern. Nach meiner Zeit als Navy SEAL arbeitete ich als Luxuscallboy …“

Marius errötet. „Laut Orlando war ich vor dem Anschlag auf mein Leben eine Art anpassungsfähiges Sextalent, ein Mutable auf dem Gebiet der Erotik. Ich finde das ehrlich gesagt etwas schräg …“

Marina mischt sich ein: „Es ist wahnsinnig romantisch, dass du Orlando gesehen hast und sofort wusstest, dass er der Eine für dich ist. Wie heißt das Buch doch gleich, Norma?“

Ich: „Two Snipers – Ein perfektes Team“.

Marius wirkt plötzlich grüblerisch. „Vielleicht sollte ich es lesen und mir fallen mehr Dinge aus meiner Vergangenheit ein. Das würde Orlando bestimmt gefallen.“

Orlando nimmt Marius` Hand und küsst sie.

Ich: „So einfach ist das nicht. Ihr seid die Buchfiguren, ihr könnt leider nicht selbst eure Bücher lesen.“

Marc: „Schade!“

Marius: „Jedenfalls habe ich die Zeit meiner Rekonvaleszenz nach dem Anschlag nur sehr unklar in Erinnerung. Ich ging nach New York, weil mich hier alles zu sehr stresste. Ich erinnerte mich ja auch nicht an die anderen …“

Ich: „Sind mittlerweile einige Erinnerungen zurückgekommen?“

Marius: „Nein, nicht wirklich. Aber eine Liebe wie die von Orlando und mir ist einfach stärker als das Schicksal und eine Autorin, die ihre Romanfiguren so schreckliche Sachen erleben lässt.“

Ich werde rot und ernte einen hasserfüllten Blick von Orlando. „Tut mir leid“, flüstere ich.

Marius: „Na ja … was soll ich sonst noch über mich erzählen? Ich arbeite für die New Yorker Firma Carter & Weber Security, kann das aber hier in Los Angeles im Home Office erledigen. Ich lebe mit Orlando und bin liiert mit Vince, Marc und Marina. Manchmal wird mir immer noch alles zuviel und dann ziehe ich mich in meine kleine Wohnung auf dem Grundstück der Jamastone zurück.“

Orlando küsst Marius auf die Schläfe. „Iss deine Suppe zuende“, sagt er sanft.

Oh ja, die Suppe. Ich löffele selbst meinen Rest aus der Schale.

Als Bruno den ersten Gang abräumt, sage ich zu Orlando: „Ich bin erstaunt, dass du den anderen von den Mutables erzählt hast.“

Marc und Marina kichern.

Orlando: „Die beiden Spaßvögel glauben mir sowieso nicht, Vincent hält dicht und für Marius war diese Information wichtig, damit er sich besser versteht.“

Ich: „Unterliegt das Projekt nicht der Geheimhaltung?“

Orlando: „Ha, da bist du in deinen Romanen selbst inkonsequent. Einmal schreibst du, dass es der Geheimhaltung unterliegt, ein anderes Mal, dass nur die Einzelheiten geheim sind, beispielsweise in „Konsequenzen“.

Ich: „Wirklich?“

Orlando: „Yep!“

Ich zucke mit den Schultern. „Na ja, da kann sich dann wieder irgendein Rezensent drüber aufregen.“

Bruno serviert jetzt einen Zwischengang, eine Art Minisalat mit einem Dressing, in das ich mich reinlegen könnte, so gut schmeckt es.

Ich zu Marius: „Was war dein bisher schönstes Erlebnis?“

Marius: „Schwer zu sagen! Meine Emotionen sind manchmal ein bisschen durcheinander. Vielleicht, als es mir gelang, den Soldaten Mike in mir mit mir selbst in Einklang zu bringen.“

Ich: „Du hast eine zeitlang die rudimentären Erinnerungen von früher als fremd empfunden, nicht zu dir gehörend?“

Marius nickt.

Orlandos Blick scheint Dolche in meiner Richtung zu werfen. Ich soll es ja nicht wagen zu fragen, was Marius` bisher schlimmstes Erlebnis war.

Marius drückt ihm einen Ellbogen in die Seite. „Ich bin nicht so schwach.“

Orlando: „Das weiß ich.“

Marius: „Also … mein schlimmstes Erlebnis war, als mich zwei Männer abpassten und mir schreckliche Dinge aus Orlandos Vergangenheit erzählten, die sie völlig aus dem Zusammenhang rissen, um mich gegen ihn aufzubringen.“

Marina: „Davon weiß ich ja gar nichts.“

Vincent: „Das hat sich alles längst erledigt.“

Marc: „Ich finde es doof, wenn du und Orlando Geheimnisse vor mir habt.“

Vincent: „Wir haben keine Geheimnisse, wir sagen dir nur nicht alles.“

Marc: „Wo liegt der Unterschied?“

Vincent: „Das war eine Sache zwischen Orlando und Marius, die die beiden mir im Vertrauen erzählten. Als Anwalt trage ich Wissen in mir, das ich nicht an dich weitergeben kann.“

Marc: „Sie erzählten es dir in deiner Eigenschaft als Anwalt?“

Vincent nickt knapp und Marc seufzt, scheint aber mit dieser Erklärung halbwegs zufrieden zu sein. Marina schaut schon wieder heimlich auf ihr Handy.

Ich an Marius: „Ich bin froh, dass du nicht auf diese Ungeheuer hereingefallen bist.“

Marius: „Du hast die Szene erdacht und geschrieben.“

Ich: „Aber es war deine Charakterstärke, die dich hat widerstehen lassen. In gewisser Weise haben meine Romanfiguren eine Art eigenen Willen. Wenn ich sie innerhalb ihrer Parameter agieren lassen möchte, kann ich ihnen nicht alles auf den Leib schreiben, was mir gerade einfällt.“

Marius: „Danke, dass du mich für charakterstark hältst.“

Ich: „Ich lege im Prinzip alle meine Romanfiguren charakterstark an. Hm … vielleicht ist das eine Schwäche von mir.“

Orlando grollt: „Eine Schwäche?“

Ich: „Na wenn Romanfiguren zu viele Stärken haben, ist das problematisch …“

Orlando schnauzt: „Wer sagt das?“

Er möchte wohl nicht, dass ich ihn schwächer schreibe und schaut mich böse an, es ja nicht zu wagen. Ich hebe meine Hände und mache ein entschuldigendes Gesicht.

Marc: „Findest du mich auch charakterstark?“

Ich: „Na klar, allerdings bist du manchmal ziemlich nervig.“

Marc lächelt. Ihm ist es egal, dass ich ihn nervig nenne. Er freut sich darüber, dass ich ihn als charakterstark betrachte. Süß!

Marius zu mir: „Jetzt möchtest du sicher wissen, wie ich selbst meine sexuelle Orientierung einordne?“

Ich schaue etwas nervös zu Orlando, der allerdings gerade dabei ist, Bruno seine leere Suppenschale zu reichen.

Ich zu Marius: „Wenn es dir nicht zu viele Umstände macht.“

Marius: „Ich denke, ich bin bisexuell. Mich erregen Männer und Frauen, also bin ich wohl bi. Lando behauptet, dass Mike den Sex mit Männern etwas lieber mochte. Für mich kann ich das noch nicht sagen. Frag mich in ein oder zwei Jahren noch einmal.“

Mir entfleucht ein: „Aber mit Orlando schläfst du am liebsten?“

Marius lacht etwas verschämt. „Er ist ein Meister darin, mich um den Verstand zu vögeln.“

„Nicht nur dich“, kommentiert Marina die Aussage und Marc rutscht nervös auf seinem Stuhl herum. Vincent lächelt amüsiert.

Orlando sagt: „Der Meistervögler in unserer Gruppe ist Vincent.“

Vincent ziemlich ungeniert: „Danke für dein Vertrauen, Lando.“

Die Männer lächeln sich liebevoll zu.

Jetzt wird die Hauptspeise serviert. Es gibt Lammkarree mit einem Knoblauch-Kartoffelpüree und Prinzessbohnen im Speckmantel. Himmel, kann dieser Mann kochen! Das Fleisch ist auf den Punkt gelungen, die Soße ein Gedicht. Ich strahle Vincent an. „Danke für diesen Genuss!“

Vincent: „Keine Ursache!“

Marius murmelt: „Vielleicht sollte ich doch mal wieder Shepherd`s Pie probieren, so gut, wie dieses Lamm schmeckt.“ Dann blickt er zu mir: „Mein Lieblingsgericht ist Cottage Pie, also die Variante mit Rindfleisch. Orlando sagt, ich mochte früher auch die Variante mit Lammhack.“

Ich: „Ich mag beide Versionen sehr gerne. Es ist aber nicht mein Lieblingsgericht.“

Vincent blickt mich interessiert an. „Was ist deines?“

Ich: „Vielleicht sage ich es nach Abschluss meiner Interviewreihe. Ich kann es dir aber später unter vier Augen flüstern.“

Marc kichert. „Du willst ja nur mehr Zeit mit Vince verbringen.“

Ich: „Ich mag euch alle … Na ja, außer die Bösewichte.“

Marc wirft mir eine Kusshand zu.

Cottage Pie

Normas Interpretation von Cottage Pie

 

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