Interview mit Marc Stone (Fünf Fragen, fünf Antworten)

Veröffentlicht von
Marc aus der Popstar-Reihe von Norma Banzi
Bildquelle: Depositphotos

(Popstar-Reihe)

Marc und ich sitzen an der Küchenbar der Gablestone-Villa und ich nippe an meinem Weinglas, während Marc auf dem Kochblog der Familie Gable nachschaut, welches sein Lieblingsgericht ist. Er weiß, welche Fragen ich ihm stellen möchte und will die letzte wohl zuerst beantworten. Manchmal zeigt er mir ein Rezept und sagt: „Das finde ich auch toll!“

Ich „Möchtest du dich meinen Lesern und Leserinnen nicht erst einmal vorstellen?“

Marc: „Das können die doch alles auf Wikipedia nachlesen.“

Ich seufze.

Marc: „Na gut! Ich bin Marc Stone, Künstlername Angel, ehemaliger Kinderstar, ehemaliger Popstar. Mittlerweile führe ich mit der Jamastone ein eigenes Musiklabel. Ich habe die Firma zusammen mit meinem Cousin Jamie gegründet. Natürlich hat uns Vince dabei geholfen. Das „Ja“ steht für Jamie das „Ma“ für Marc …“ Marc muss schlucken und für einen Moment denke ich, dass Tränen in seinen wunderschönen blauen Augen glitzern, aber er fängt sich.

„Nach der Sache mit Jamie trete ich nicht mehr als Angel auf. Es tut zu weh. Ich kann mich auch als Komponist und Produzent der Musik widmen. Mein geliebter Ehemann Vince unterstützt mich dabei.“ Marc wirft dem am Herd stehenden Vincent eine Kusshand zu.

„Mit meiner süßen Marina habe ich eine leibliche Tochter und drei Stiefkinder.“

Auf dem Computer zeigt Marc mir stolz die Fotos der Familien-Sprösslinge. Ich kann an der Ähnlichkeit mit den jeweiligen Vätern sehen, welches Kind von wem gezeugt wurde.

Marina blickt von ihrem Handy auf und lächelt bei der Erwähnung von Lauren, Ramon, Violetta und Lionel. Eigentlich besteht Vincent darauf, dass seine Lebensgefährtin ihr Handy in ihrem Zimmer lässt, aber vielleicht erwartet sie einen dringenden Anruf und darf es deshalb mit in die Küche nehmen.

„Außerdem bin ich mit Orlando und Marius liiert. Die beiden kommen aber später. Mehr weiß ich jetzt nicht. Na ja, ich könnte dir natürlich auch noch meine offizielle Version vorbeten, Musikpreisgewinne, Oscar und so … Aber du willst deinen Leserinnen und Lesern ja den privaten Marc vorstellen und nicht die Kunstfigur Angel. War das bisher so in Ordnung für dich?“

Ich: „Absolut! Wie würdest du deine sexuelle Orientierung selbst einschätzen? Ich weiß, sowas fragt man eigentlich nicht, aber bei Büchern geht es ja auch um Genreeinordnungen.“

Marc kichert: „Ich bin stockschwul und außerdem marinahetero – het for you, sozusagen.“

Marina strahlt: „Danke, Darling!“

Marc: „Gerne, Schätzchen!“

Ich muss lachen. Het for you gefällt mir und brumme vor mich hin: „Mainstream sind meine Bücher wirklich nicht. Viele Leserinnen mögen es nicht, wenn schwule Romanfiguren plötzlich Lust auf eine Frau verspüren.“

Marc gibt ein zischendes Geräusch von sich: „Ich kann doch nicht mein Liebesleben nach dem Geschmack deiner Leserinnen ausrichten. Ich ficke, mit wem ich will, basta!“

Ich: „Immer mit der Ruhe, Katerchen! Dein Liebesleben ist sicher vor den Einflüssen des Mainstreams!“

Marc gibt mir einen Daumen hoch. „Es klingt komisch, wenn mich jemand anderes als Vince Katerchen nennt.“

Ich schaue betreten: „Sorry!“

Marc: „Nee, mach ruhig. Du als meine Autorin darfst das.“

Ich: „Danke!“

Marc platzt heraus: „Mein schrecklichster Tag in meinem Leben war, als das mit Jamie passierte.“

Marina springt von ihrem Platz auf und nimmt ihn in den Arm.

Marc: „Puh, das habe ich hinter mir.“

Ich nicke ihm zu und freue mich, dass er diese Frage beantwortete, bevor ich sie ihm stellen musste.

Marc: „Und wo wir gerade dabei sind: Der Abend, als Jamie und ich das erste Mal mit Vince schliefen, gehört zu den glücklichsten meines Lebens, gleich gefolgt von dem Tag, als ich erfuhr, dass ich Vater wurde.“

Marina kichert: „Du hattest eine Scheißangst, erzählte mir Vince.“

Marc: „Das auch! Hm … Meine Heirat mit Vince war auch ein wunderbarer Tag. Weshalb muss ich mich überhaupt entscheiden?“

Ich: „Musst du ja nicht.“

Marc: „Kannst du bitte dafür sorgen, dass Vince und ich Marina heiraten dürfen?“

Ich: „Bitte? Wie soll das gehen.“

Marc: „Na es ist doch deine Romanwelt.“

Ich: „Die sich an der Realität orientiert.“

Marc: „Du schreibst doch auch Science Fiction.“

Ich verdrehe die Augen: „Ja, aber mit anderen Romanfiguren.“

„Pft!“ Marc schmollt und ich lasse ihn eine Weile, während mir Vincent ein Tellerchen mit Soße zum Kosten gibt. Lecker, lecker, lecker!

Marc konzentriert sich wieder auf den Kochblog, bis er plötzlich ruft: „Ich hab`s! Mein Lieblingsgericht ist der Apple Crumble! Immer, wenn wir von einer anstrengenden Tour nach Hause kamen, servierte meine Mom Apple Crumble mit Vanillesoße oder Schlagsahne.“

Ich: „Sehr kuschelig!“

Marc strahlt mich an und schnappt sich das Haustelefon, ruft jemanden an und sagt nach kurzer Zeit: „Lisette! Machst du bitte am nächsten Backtag Apple Crumble nach dem Rezept meiner Mutter für uns?“ Die Haushälterin stimmt wohl zu, denn als Marc den Hörer wieder auflegt, strahlt er über das ganze Gesicht.

Interpretation der Autorin

 

Ein Kommentar

  1. Das Interview habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen.
    Danke, dass du die Protagonisten der Popstar-Reihe zur Fragerunde überreden konntest.
    LG Brigitte ❤

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