Datenbogen Angelo Gable / Drei Fragen, drei Antworten

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Drei Fragen, drei Antworten:

(Der Kostja-Clan – Teil 1)

Mit Angelo mache ich einen Spaziergang im Schlosspark, die Kalorien der Tea Time abbauen. Einige Schritte hinter uns schlendern die misstrauischen Zwillinge denselben Weg entlang. Als würde gerade ich ihrem Liebsten etwas antun. Pah!

Ich: „Einige meiner Leserinnen nennen dich liebevoll Teddy.“

Angelo lacht amüsiert auf. „Das gefällt mir.“

Ich überlege, welche Fragen ich ihm stelle, er ist noch so jung. Dann entscheide ich mich für die drei Fragen, die ich eigentlich allen Interviewpartnern stellen wollte.

Ich: „Was war bisher der schönste Tag in deinem Leben, Angelo?“

Angelo: „Da muss ich nicht lange überlegen. Als ich in Paris ankam und die tolle Wohnung von Tante Marina bezogen habe. Endlich konnte ich tun und lassen, was ich will.“

Ich: „Helikoptereltern können schon nerven.“

Angelo: „Nee, ich glaube, Leute, die man als Helikoptereltern bezeichnet, sind noch schlimmer. Solche hätten mich wahrscheinlich nicht alleine reisen lassen. Aber ich bin kein Muttersöhnchen. Alles lasse ich mir nicht gefallen!“

Angelo strafft sich und schaut mich mit strengem Blick an, als müsste er sich von mir emanzipieren.

Ich schmunzele innerlich. „Ich bin keine Helikopterautorin und lasse meinen Romanfiguren ziemliche Freiheiten.“

Angelo: „Wie geht das?“

Ich: „Na ich gebe nur einige Grundvoraussetzungen vor und schaue, wie sich die Charas emotional und von ihren Handlungen her entwickeln. Klar, ich überlege mir immer ein Exposé, damit ich auf ein Ende zuschreiben kann. Ohne Ende geht es bei mir nicht, sonst versickert der Roman mittendrin. Aber meinen Figuren gewähre ich einen ziemlich großen Handlungsspielraum innerhalb der Welt, die ich für sie erschaffe. Sie interagieren mit anderen und mit der Umgebung und überraschen mich mitunter.“

Angelo streicht sich über seine Bartstoppeln. Er ist noch so jung, hat aber schon einen ziemlich starken Bartwuchs. Am liebsten würde ich ja mal selbst mit den Fingern darüber fahren … Halt! Eine Autorin mittleren Alters, die ihren jungen Nachwuchshelden angeifert. Wie peinlich! Zum Glück bekommt er nichts davon mit.

Angelo: „Habe ich dich auch schon einmal überrascht?“

Ich: „Ja, ich hätte schwören können, dass du weißt, wer Franco Nero ist.“

Angelo: „Mit so uralten Filmschinken kannte ich mich halt nicht aus. Die Zwillinge mögen sie, also werde ich diese Bildungslücke wahrscheinlich bald geschlossen haben.“ Sehr begeistert hört sich Angelo nicht an.

Ich: „Du magst alte Filme nicht?“

Angelo: „Manche schon, aber die Dramaturgie ist so … seltsam.“

Ich: „Ich kann mir vorstellen, was du meinst. Damals wurden Filme eben anders inszeniert. Das heißt nicht, dass sie schlecht sind.“

Angelo: „Magst du mir jetzt die zweite Frage stellen.“

Ich schmunzele in mich hinein. Er möchte dieser Filmdiskussion entkommen, ohne dabei unhöflich zu werden. „Was bereust du am meisten in deinem Leben?“

Angelo: „Hm … Darüber habe ich nachgedacht. Sascha gab mir seine Liste und ich konnte mir die Fragen vorher ansehen. Einmal verprügelte ich einen schwächeren Jungen in der Grundschule. Dafür schäme ich mich jetzt noch ein bisschen. Wir mussten gemeinsam nachsitzen. Stell dir das mal vor! Die Lehrerin hat ihn auch noch dafür bestraft, von mir verkloppt worden zu sein. Jedenfalls wurden wir danach gute Kumpels, bis er dann mit seinen Eltern aus Chicago wegzog. Das ist aber nicht, was ich am meisten bereue. Als mein Dad wollte, dass ich den Zeichenkurs sausen lasse, um stattdessen zum Footballtraining zu gehen, hätte ich zumindest versuchen müssen, den Kunstlehrer anzusprechen, um Dad davon zu überzeugen, mein Talent nicht brach liegen zu lassen.“ Angelo atmet einmal tief durch und klingt dabei etwas zittrig. Ich streichele ihm tröstend über den Rücken. Da fällt mir ein, dass die Zwillinge das vielleicht als Angriff betrachten könnten. Vorsichtig sehe ich mich um. Die beiden runzeln die Stirn, bleiben aber außer Hörweite, wie abgesprochen.

Ich versuche, Angelo zu trösten: „Du hast doch oft heimlich gezeichnet und bist auch ohne den Kurs immer besser geworden.“

Angelo: „Nicht so gut, wie ich heute sein könnte, wenn ich bessere Förderung gehabt hätte.“

Ich: „Befürchtest du, dass du die verlorene Zeit nicht mehr aufholen kannst?“

„Oh doch, das kann ich. Finn und Seani sind wundervolle Lehrer.“ Jetzt strahlt Angelo über das ganze Gesicht, dreht sich um und wirft seinen beiden Schätzen zwei Kusshände zu. Oh Gott, jetzt ist er in so guter Stimmung und ich möchte sie ihm nicht mit deprimierenden Fragen verderben. Als ich sie mir ausdachte, habe ich mir dummerweise keine Gedanken darüber gemacht, was sie bei den Interviewpartnern emotional auslösen könnten.

Angelo: „Ach, stell ruhig deine dritte Frage.“

Ups! Irgendwie scheint er mitbekommen zu haben, was mich beschäftigt. Also gut.

Ich: „Was war dein schrecklichster Tag?“

Angelo: „Hm … Ich glaube, er kommt noch. Sollten die Zwillinge eines Tages bereit sein, sich mir nackt zu zeigen, wird mir bestimmt das Herz in die Hose rutschen … wegen der Narben und so. Hoffentlich reagiere ich cool genug, um sie nicht zu verschrecken. Wusstest du, dass sie Selbstportraits von sich haben? Aber ich darf sie nicht sehen.“ Angelo seufzt tief.

Ich: „Sie wollen eben schön für dich sein.“

Angelo: „Ich finde sie wunderschön. Das sage ich ihnen auch immer wieder. Glaubst du, es hilft?“

„Klar!“, sage ich im Brustton der Überzeugung, auch wenn ich mir selbst nicht ganz sicher bin. Angelo strahlt mich an, schlingt überraschend seine Arme um mich und drückt mich kurz. Er duftet tatsächlich so gut, wie ich es im Buch beschrieben habe. Dieser junge Mann hat Vertrauen in seine Autorin und ich möchte ihn natürlich nicht enttäuschen. Andererseits hat eine Romanze ohne Konflikte natürlich keinen Reiz für die Leserinnen und Leser. Verdammt! Erst einmal genieße ich ein bisschen den Spaziergang mit Angelo und frage ihn nach seinen Bildern. Da ist er ganz in seinem Element.

Datenblatt:

Bildquelle: Depositphotos
  • Name: Gable, Angelo
  • Alter:18 (in: Der Kostja-Clan – Teil 1)
  • Reihe: Popstar-Reihe
  • Erscheinungsbild: Groß, muskulös, dunkelhaarig, reichlich Brusthaare
  • Besondere Interessen: Liebt es zu zeichnen, würde gerne Kunst und Grafikdesign studieren.
  • Eltern und Familie: Gina Gable-Grant, Connor Grant
    1 Schwester (Nicole), 3 Brüder (xxx)

Angelo Gable-Grant liebt das Zeichnen, wird aber von seinem Vater gedrängt, den Zeichenkurs in der Schule zugunsten des Footballtrainings aufzugeben. Dad träumt davon, dass sein Ältester Footballprofi wird, Ma sieht ihn schon als Anwalt wie seinen Onkel Vincent, den berühmten Anwalt aus Los Angeles. Nur was er selbst möchte, danach fragt niemand.

Gina hat sich längst mit der Homosexualität ihres Bruders Vincent arrangiert und die kinderreiche Familie genießt die jährlichen Ferien in der französischen Ferienanlage, die ihnen ihr großzügiger Verwandter spendiert. Aber Angelo weiß, dass seine Eltern wenig erbaut davon wären, wenn sie wüssten, dass ihr Sohn bisexuell ist. Daher verheimlicht er seine sexuelle Ausrichtung vor ihnen.

Gerade achtzehn geworden, lernt Angelo auf der Osterfeier seines Onkels in Los Angeles den aufregenden Finn Callahan kennen, einen jungen Mann mit eisig glänzenden Augen und weißblonden Haaren. Er versucht, den Mann, dessen Anblick ihm sinnliche Schauer über den Rücken jagt, anzusprechen und dabei unter dem überfürsorglich-kritischen Radar seiner Mutter zu bleiben. Das ist ein fast unmögliches Unterfangen.

Angelo trotzt seinen Eltern ein halbes Jahr Europatour ab, bevor er ins College geht. Wird es ihm gelingen, dort auf Finn zu treffen? Der gehört wie sein Zwillingsbruder Sean zum Gefolge seines ehemaligen Vormunds Dimitri Kostja, eines russischstämmigen Milliardärs.

2 Kommentare

  1. Liebe Norma❤
    Angelos Datenbogen bringt mich zum seufzen und schmachten, daher werde ich nachdem ich mein aktuelles Buch ausgelesen habe (irgendwann heute Nachmittag) die Popstar Reihe von neuem lesen.
    Ganz liebe Grüße
    Brigitte ❤

    1. Liebe Brigitte,

      oh, vielen herzlichen Dank! Das ist sooo nett. Das erfreut mein Autorinnenherz.

      Dir auch ganz liebe Grüße
      Norma <3

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