Datenblatt Denys Lelan / Drei Fragen, drei Antworten

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Drei Fragen, drei Antworten:

(Der Kostja-Clan – Teil 1)

Mit Dimitris Leibwächter Denys beende ich meine Interviewreihe. Ich darf ihn in seinem Zimmer im Schloss besuchen. Es hat eine ansprechende Größe und ist in einen Wohn- und einen Schlafbereich aufgeteilt. Eine kleine Küchennische und ein Bad sind auch vorhanden. Viele Hinweise auf die Persönlichkeit des Bewohners sehe ich nicht, aber das Zimmer wirkt dennoch gemütlich.

Gordon kniet auf einem Kissen hinter Denys und … Nein, nicht, was ihr denkt. Er schneidet Denys die Haarspitzen. Denys Haare reichen ihm bis über den Po. Daher ist es offenbar bequemer für Gordon, sich hinzuknien. Er macht das wirklich hervorragend. Als er fertig ist, fragt er mich, ob er auch mir die Spitzen schneiden soll. Ich bejahe und öffne meinen Zopf. Da meine Haare noch länger sind als die von Denys, lässt Gordon mich auf einen Hocker steigen. Während Denys uns Tee aufbrüht, bürstet Gordon mir die Haare, sprüht sie mit etwas Wasser ein und schneidet mir gekonnt die vier erlaubten Zentimeter ab. Danach bittet er mich, mich auf einen Stuhl zu setzen und beginnt, mir einen französischen Zopf zu flechten. Ich selbst bin zu ungeschickt dafür und freue mich sehr darüber. Während mir also Gordon an den Haaren fummelt, lasse ich mir die Teemischung beschreiben, die Denys uns aufgebrüht hat. Er bekommt regelmäßig von zuhause Pakete zugesandt. Mir scheint, dass Denys seiner Familie sehr verbunden ist, obwohl er selten in Kanada weilt, weil er natürlich immer dort ist, wo sich Dimitri oder Sascha aufhalten.

Denys: „Wollen wir mit dem Interview beginnen?“

Ich: „Ist es in Ordnung, dass Gordon dabei ist?“

Denys nickt.

Ich: „Was war bisher der schönste Tag in deinem Leben, Denys?“

Denys: „Als Dimitri mir endlich erlaubt hat, das Training für Sicherheitskräfte bei der Matunus zu beginnen.“

Ich grolle ungläubig und presse die Lippen zusammen, um einen Fluch zu unterdrücken.

Gordon zieht mir streng an den Haaren. „Halt still, sonst wird dein Zopf schief.“

Das will ich natürlich nicht. Also gehorche ich ihm.

Denys: „Es gab viele schöne Tage in meinem Leben, aber nach dem Angriff auf meine Schwester und dem nachfolgenden Versagen der Justiz fühlte ich mich verloren und ohne Ehre. Bis ich bei Dimitri die Chance bekam, meine Ehre zurück zu erlangen.“

Ich frage mich, was Gordon weiß und was nicht. Er stellt jedenfalls keine Fragen und bemüht sich emsig um meine Frisur.

Ich hebe die Teetasse an, nehme vorsichtig einen Schluck und versuche, beim Trinken meinen Kopf so vorsichtig wie möglich zu bewegen.

Ich: „Ich verstehe die Männer einfach nicht. Du kannst doch nix dafür, dass deine Schwester etwas Schreckliches erleben musste.“

Denys: „Ich hätte meinen Kollegen bei der Polizei nicht vertrauen dürfen, dass sie die Tat mit allem notwendigen Eifer aufklären und prozesssicher vorbereiten. Ich dachte, sie sind meine Freunde.“

Ich: „Dann war dein schrecklichster Tag …?“

Denys: „Der, an dem ich herausfand, dass meine Kollegen sich im Fall meiner Schwester einen Dreck um die korrekte Beweissicherung scherten und es verbockten.“

Ich: „Das tut mir alles sehr leid.“

Denys: „Du kannst ja nix dafür, damals kanntest du mich noch nicht.“

Ich: „Seid ihr jetzt zusammen, du und Gordon?“

Denys: „Ich dachte, die dritte Frage lautet, was ich am meisten im Leben bereue?“

Ich: „Ach, da erzählst du mir eh, dass Reue Zeitverschwendung ist.“

Denys lacht amüsiert auf und wirft Gordon einen liebevollen Blick zu. „Ich habe meinen Eltern von Gordon erzählt und sie werden ihn bei unserem nächsten Aufenthalt in Ottawa kennenlernen. Ist dir das zusammen genug, liebe Norma?“

Ich: „Ach, das freut mich ja total für euch.“

Bei Denys ist es gemütlich und ich habe nicht das Gefühl, ihm und Gordon lästig zu werden. Daher bleibe ich noch eine Weile und wir plaudern über London, Paris und Berlin.

Datenblatt:

  • Name: Lelan, Denys
  • Alter: 35 (in: Der Kostja-Clan – Teil 1)
  • Reihe: Popstar-Reihe
  • Erscheinungsbild: Schlank, lange Haare
  • Besonderheit:
    Denys ist ein French-Métis. Zu seinen Vorfahren gehören französische Händler und Cree. Seine Großmutter ist Halbrussin.
    Totemtier: Elch
  • Familie: Eltern leben noch. Zwei Brüder, zwei Schwestern

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Denys trainiert seit seiner Kindheit Savate. Bei der Polizei von Ottawa arbeitet er aber nicht im Vollzugsdienst, sondern als Internetspezialist. Als seine ältere Schwester vergewaltigt und schwer verletzt wird, setzt er alles daran, den Täter zu überführen. Leider schlampen seine Kollegen, die sich nicht sonderlich um die Aufklärung des Verbrechens an einer Indianerin bemühen, bei der Beweissicherung. Der Täter wird freigesprochen. Ernüchtert kündigt Denys bei der Polizei.

Denys` halbrussische Großmutter arbeitete eine Weile als zweite Assistentin für Dimitri in seinem kanadischen Geschäftssitz, bis sie in Rente ging. Auf Drängen ihres Enkels stellt sie den Kontakt zwischen Denys und Dimitri her. Dimitri stellt Denys als Internetspezialist ein, weigert sich aber monatelang, ihn bei seinen Racheplänen zu unterstützen. Aber Denys gibt nicht auf und bewirbt sich regelmäßig bei ihm als Sicherheitskraft. Schließlich darf er ein Probetraining auf Mallorca absolvieren und wird vom Mallorquiner persönlich ausgebildet.

Dimitri hofft, dass sich die Wut in Denys mit der Zeit etwas abkühlt, was nicht der Fall ist. Denys ist bereit, einem Mafiaboss sein Leben zu widmen, um dafür im Austausch Hilfe bei der Beseitigung des Vergewaltigers zu erhalten.

Endlich darf Denys den Bärenschwur leisten. Der Mallorquiner begleitet ihn nach Kanada und bald darauf gibt es in Ottawa einen Vergewaltiger weniger. Seitdem arbeitet Denys in Dimitris persönlichem Sicherheitsteam.

Mit seiner Familie versteht Denys sich gut. Er besucht sie, wann immer er in Ottawa ist, wo er ein eigenes Haus besitzt. Die Lelans haben seinen Kollegen Andrej ein bisschen adoptiert, dessen Verhältnis zu seinen Eltern angespannt ist.

 

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